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Rhizobien

Saatgutimpfung mit Knöllchenbakterien zur Stickstoffbindung

Der Anbau von Leguminosen, zu denen die Kleearten, Luzerne, Wicke, Serradella, Buschbohne, Lupine, Ackerbohne, Futtererbse oder die bedeutende Sojabohne gehören, bietet viele Vorteile. Neben der Grünfutterproduktion und dem Zwischenfruchtanbau stellt die Gewinnung von Körnern mit hohem Eiweißgehalt einen Nutzungsbereich dar, der in Europa zusätzliche Bedeutung gewonnen hat, wenn es um den Ersatz von (genveränderter) Ware aus Nord- und Südamerika geht. Die Agrarpolitik widmet dem Leguminosenanbau mehr Aufmerksamkeit im Hinblick auf die Schaffung ökoligischer Vorrangflächen, dem Greening oder bei der Anbaudiversifizierung. Neben dem direkten Ertrag bieten die Leguminosen einen hohen Vorfruchtwert. Dieser besteht im ausgeprägten Aufschließungsvermögen der Nährstoffvorräte im Boden, dem tiefen Wurzelwachstum sowie der Förderung der Bodengesundheit und Humusbildung.

Bakterien binden Stickstoff aus der Luft

Die Leguminosen besitzen die außergewöhnliche Fähigkeit, mit Hilfe von Knöllchenbaktieren in ihren Wurzeln den Luftstickstoff zu binden. Den Nachfrüchten stehen über Gründüngung oder Ernterückstände bis zu 100 kg N/ha - verteilt über 2 Jahre - zur Verfügung. Im ökologischen Anbau sind die Leguminosen als Stickstofflieferanten unersetzlich.

Aufgrund der Stickstoffbindung kommen Leguminosen bei erheblicher Ertragsleistung ohne zusätzliche N-Düngung aus. Eine Stickstoff-Fixierung zwischen 100 bis 300 kg N/ha und jahr ist je nach Art möglich. Bei Soja, Erbsen oder Ackerbohnen kann auf leichten Böden eine Startgabe von 30 kg N/ha angebracht sein. Damit Leguminosen eine Lebensgemeinschaft (Symbbiose) mit Knöllchenbakterien eingehen können, müssen diese im Boden vorhanden sein. Das ist nicht selbstverständlich. Wegen der gegenseitigen Abhängigkeit kommen die Baktieren nicht in Böden vor, auf denen noch nie Leguminosenanbau stattgefunden hat. Auch nach der empfohlenen Anbaupause - bei Lupinen oder Ackerbohnen drei bis fünf Jahre - verarmen die Böden an Knöllchenbakterien.

Schon seit langem weiß man, dass es kein überall vorkommendes "Universal-Knöllchenbakterium" gibt, sondern eine Leguminosenart nur auf den ihr angepassten Bakterienstamm anspricht. Dieser Tatsache trägt man Rechnung, indem das Saatgut vor der Aussaat mit artspezifischen Bakterienpräparaten geimpft wird. Die Anwendung der Mittel in Spritzverfahren im Vor- oder Nachlauf ist eine weitere, in der Praxis oft genutzte Möglichkeit.

Quelle: www.jost-group.com